2013-05-02 | Διοικητικό συμβούλιο
Επιστολή προς την Καγκελάριο της Γερμανίας (γερμανικά)

Sehr geehrte Frau Dr. Angela Dorothea Merkel

In den letzten Jahrzehnten schenkten nationale, europäische und internationale akademische und politische Institutionen einem der ersten Genozide des 20. Jahrhunderts große Beachtung, dem Genozid an den Griechen des Pontos. In der Dekade von 1914 - 1924 waren die Pontier des historischen Pontosgebiets von Sinope bis Trapezunt und der Stadt Athen des gastfreundlichen Meeres einer Politik des systematischen Genozids ausgesetzt. Die meisten Opfer waren dabei Frauen und Kinder. Besonders der Pontische Genozid wird daher als ein Frauenmord „Gynäkoktonia“ aufgefasst.

Die Täter, die Ausführenden dieses Verbrechens gegen die Menschlichkeit stammten aus der rassistischen Bewegung der Jungtürken und des Kemalismus in der Nachfolge.

Nach Jahrzehnten der Nichtbeachtung kam es zu Anerkennungen des Genozids an den Nachfahren des Philosophen Diogenes, des Geographen und Historikers Strabon und der Komnenen durch maßgebliche nationale Parlamente, zuletzt durch das schwedische Parlament. Schweden, das Land des führenden Politikers Olaf Palme hat dessen politisches Erbe weitergetragen.

Die meisten Bundesstaaten der USA veröffentlichten entsprechende Resolutionen aus Anlass des 19.Mai, des Tages des Gedenkens an den Genozid an den Pontiern. Wir sind der Meinung, dass die deutschen Landtage - allen voran Baden-Württemberg – ebenso wie der Bundestag sich aus historischen, politischen und ethischen Gründen von dem bis heute andauernden Zustand des Schweigens und der Gleichgültigkeit gegenüber diesem großen Verbrechen abwenden sollten. Zu den vielen Gründen, die unsere historische und politische Erinnerung wachrufen können, müssen noch andere hinzugefügt werden, unmittelbare und aktuelle.

In Deutschland, und besonders in Baden-Württemberg, lebt eine große Anzahl pontischer Christen, die als Einwanderer aus Griechenland kamen. Und diese Einwanderung nach Deutschland ist eine Folge der gewaltsamen Vertreibung aus dem Pontosgebiet. Eine Anerkennung des Genozids durch die Landesparlamente und den Bundestage würde zumindest die immense moralische Verletzung abmildern, die diese Bevölkerungsgruppe erfahren hat.

In Deutschland lebt auch eine große Anzahl zum Islam übergetretener Pontier, die direkt vom historischen Pontosgebiet aus als Einwanderer hier ankamen. Deren Ausreise aus dem Pontos in erheblichem Ausmaß hat seine Ursache in vielgestaltigen Umstrukturierungen der pontischen Gemeinden im Pontosgebiet durch den türkischen Staat. Diesbezüglich befasste sich die Menschenrechtsorganisation der Vereinten Nationen in Genf und in New York mit der kulturellen Ausrottung dieser autochthonen Gemeinschaft und Identität. („The Pontian Question in the Unites Nations. Michalis Charalambidis Fd. International League for the Rights and Liberacion of the Peoples“).

Sogar hier in Deutschland, mehr als in anderen europäischen Ländern, erfahren die islamischen Pontier und Kryptochristen auch heute eine Politik der Kontrolle, der Unterdrückung und der Einschüchterung durch die politischen und religiösen Apparate des türkischen Staats.

Die Gleichgültigkeit, die Unkenntnis, die Toleranz der deutschen Institutionen und ihre Nachlässigkeit bei der Anerkennung des ursprünglichen großen Verbrechens der Jahre 1914 - 1924 bestärkt noch diese totalitären gewaltsamen Mechanismen.
Die Anerkennung des Genozids an den Nachkommen des Diogenes, des Strabon, des Heraklidis, Vater Europas, des Bessarion von Trapezunt aber stellt besonders aus historischen und politischen Gründen eine Verpflichtung der entsprechenden deutschen Institutionen dar.

Die Erweiterung Europas nach Osten, nach Kleinasien, wirft die Frage nach der Blüte dieser europäische Mosaiksteine -in dem auch Pontos gehört- auf und nicht nach der Fortsetzung deren Zerstörung.

Auf diese Weise wird es in Kleinasien eine Harmonie geben zwischen den Völkern, den Nationen, den Gesellschaften und Religionsgruppen, zwischen Männern und Frauen.

Dies ist der Weg zu einem friedlichen und harmonischen Zusammenleben einer neuen demokratischen türkischen Identität mit den anderen Individuen, seien sie historisch autochthon oder nicht.

Dies ist der Weg zur Aufnahme Kleinasiens in Europa.

Deutschland selbst ist hierfür Beispiel.

Die Anerkennung des Genozids an den Pontiern durch den Bundestag, aber auch durch den Landtag Baden-Württembergs wird einen großen Beitrag darstellen für die Rückkehr der humanistischen Ideen, Werte und Prinzipien in den Pontos, nach Kappadokien, nach Kleinasien. Dorthin, wo sie entstanden, aber heute fehlen.

Ein Zeugnis für diese Abwesenheit sind die zerstörten griechisch-orthodoxen Kirchen des Pontos und Kappadokiens, die Kanzlerin Angela Dorothea Merkel kürzlich besuchte.

Mit freundlichen Grüßen,

Ioannis Boursanidis
Vorstandsvorsitzender

 

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